Publication Date

12-2001

Abstract

Zu den Faktoren, die in jüngster Zeit in mehreren Ländern – insbesondere in den USA – zu einem Rückgang der Mitgliederzahlen der Gewerkschaften geführt haben, zählen Strategien des Human Resource Managements wie „nonunion arbitration“ (gewerkschaftsfreies Schiedsverfahren“. Arbeitgeber in nicht tarif- und gewerkschaftsgebundenen Betrieben führen solche „neuen Verfahren der Konfliktschlichtung“ (NVK) mit dem Ziel ein, einen Teilersatz für die gewerkschaftliche Interessenvertretung zu gewähren. Sie stellen eine besondere Herausforderung für die Gewerkschaften dar und machen die Anpassung ihrer Interessenvertretungsstrategien erforderlich. Zwei alternative Handlungsmöglichkeiten bieten sich an. Eine Möglichkeit besteht darin , solche NVK einfach mit dem Argument abzulehnen, dass es sich um Einrichtungen handelt, die nur scheinbar zu mehr Gerechtigkeit am Arbeitsplatz führen.Gewerkschaften könnten aber auch den Versuch unternehmen, Konfliktschlichtungsverfahren durch gezielte Hilfsangebote im Zusammenhang mit deren Inanspruchnahme zu untergraben und dies als eine Möglichkeit zum Ausbau der Arbeitnehmervertretung zu nutzen.Um erfolgversprechende Antworten auf eine solche Substitutionsstrategie der Unternehmen entwickeln zu können, ist es notwendig, zunächst zu analysieren, in welcher Weise diese Verfahren einen Ersatz für eine Gewerkschaftsvertretung darstellen. In einem zweiten Schritt wird danach gefragt,welche Schwächen NVK aufweisen und wie die Gewerkschaften sich diese zunutze machen können.

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Suggested Citation
Colvin, A. (2001). Gerechtigkeit ohne Gewerkschaft und Betriebsrat? Konfliktschlichtung in gewerkschaftsfreien Betrieben in den USA [Electronic version]. WSI-Mitteilungen 54, (12), 743-749.

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